Neue SHG in Nordhorn gegründet

Die Teilnehmer der Gründungsveranstaltung (von links): der Vorsitzende der Selbsthilfegruppe für Amputierte in Nordrhein-Westfalen, Rolf Brakemeier, Orthopädietechnikermeister Michael Bolz, die Leiterin der Selbsthilfegruppe, Friedegunde Höllmann, Dr. med. Hermann Thole (Chefarzt der Euregio-Klinik), Dr. Annegret Hölscher von der Selbsthilfekontaktstelle des Landkreises Grafschaft Bentheim, Dr. Rüdiger Möller, Chefarzt der Euregio-Klinik, sowie Martin Kell als „In-Gang-Setzer“ der Selbsthilfegruppe. Foto: Wohlrab

Nordhorn Ein Unfall oder auch eine schwere Krankheit können die Gründe dafür sein, dass Menschen von einem Tag auf den anderen mit einer Prothese leben müssen. Plötzlich wird die Alltagsbewältigung zu einer wahren Herausforderung. Eine Selbsthilfegruppe kann Betroffene dabei unterstützen, mit der Einschränkung leben zu lernen. In Nordhorn hat jetzt eine neue Selbsthilfegruppe die Arbeit aufgenommen, die für Betroffene und deren Angehörige da sein möchte.

Die Gründungsveranstaltung der Gruppe fand in den Räumen des ehemaligen Marienkrankenhauses statt, wo sich die Gruppenmitglieder in Zukunft treffen werden. Initiiert wurde die Gründung durch den Landesverband für Menschen mit Arm- oder Beinamputation Nordrhein-Westfalen und das Unternehmen Ortho-Reha aus Nordhorn. Nach der Begrüßung durch den Geschäftsführer des Caritasverbandes Landkreis Grafschaft Bentheim, Hermann Josef Quaing, stellte die Leiterin der Selbsthilfegruppe, Friedegunde Höllmann, die Initiatoren der Gruppe vor. Rolf Brakemeier, Vorsitzender des Landesverbandes für Arm- und Beinamputierte, ging auf die Aufgaben und Ziele der Gruppe ein. Michael Bolz, Geschäftsführer von Ortho-Reha, erläuterte, welche Hilfsmittel es für die Betroffenen gibt. Mit den heutigen Hilfsmitteln sei der Alltag auch für Menschen mit Amputationen gut zu meistern, erklärten Rolf Brakemeier und Michael Bolz. Die Gruppe sei auch da, um den Betroffenen Lebensmut zurückzugeben.

Aufgabe der Gruppe ist es, Betroffenen bei allen anstehenden Problemen mit Versorgungsträgern, Krankenkassen, Ämtern und anderen Stellen zu helfen. Die Gruppe arbeitet eng mit der Euregio-Klinik in Nordhorn zusammen. Bei der Gründungsveranstaltung standen daher auch Dr. Rüdiger Möller (Chefarzt, Facharzt für Chirurgie, Gefäßchirurg, Phlebologe und endovaskulärer Spezialist) sowie Dr. Hermann Thole (Chefarzt, Facharzt für Anästhesiologie, Zusatzbezeichnung spezielle anästhesiologische Intensivmedizin, spezielle Schmerztherapie, Palliativ- und Rettungsmedizin) für Fragen zur Verfügung.

Die Selbsthilfegruppe auf den Weg gebracht hatte zudem die Selbsthilfekontaktstelle des Landkreises Grafschaft Bentheim. Die neue Gruppe ist nun eine von mehr als 120 Selbsthilfegruppen in der Grafschaft, in denen mehr als 3000 Menschen engagiert sind. „Selbsthilfegruppen bieten natürlich keinen Ersatz für ärztliche Behandlung, aber die Gespräche und der Erfahrungsaustausch sind eine wichtige Unterstützung im Umgang mit der jeweiligen Krankheit, sie sind Netze der Hoffnung“, erklärte Dr. Annegret Hölscher, Leiterin der Selbsthilfekontaktstelle des Landkreises. Ein wesentliches Ziel der Selbsthilfegruppenarbeit sei der „mündige Patient“, der seine Krankheit annehme und Gesundheitsressourcen suche. „Gerade chronisch kranke Menschen, auch Schmerzpatienten, werden mit der Zeit zu ,Experten‘. Sie sammeln Erfahrung, Wissen und Bewältigungsmöglichkeiten, die sie dann an andere Betroffene weitergeben. Hier sind Menschen aktiv, um gemeinsam gesundheitliche und soziale Probleme zu lösen.“

Das nächste Treffen der Selbsthilfegruppe für Arm- und Beinamputierte ist am Mittwoch, 3. November, um 18 Uhr in der Cafeteria des ehemaligen Marienhauses, Hannoverstraße 5 in Nordhorn.

Interessenten können sich an Dr. Annegret Hölscher von der Selbsthilfekontaktstelle des Landkreises Grafschaft Bentheim wenden, die unter Telefon 05921 961867 oder per E-Mail an annegret.hoelscher@grafschaft.de für weitere Auskünfte gern zur Verfügung steht.