Angehörige

Wie können Sie unterstützen?

Sie als Angehöriger spielen eine wichtige Rolle, bei der Sie jedoch auch sich selbst nicht vernachlässigen dürfen. Auch Sie befinden sich in einem Ausnahmezustand und müssen lernen mit der neuen Situation umzugehen – seien Sie daher nicht gehemmt auch selbst professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen – Sie sind nicht allein!

In erster Linie fragen sich die Angehörigen wie es nun weitergeht:

  1. Was passiert, wenn der Betroffene das erste Mal wieder nach Hause kommt?
  2. Wie wird der Tagesablauf aussehen und wie kann man am besten unterstützen?

Eine Amputation ist immer etwas sehr Individuelles, sowohl die Umstände als auch die körperliche und psychische Verfassung, die damit ein hergeht. Es ist natürlich, dass man sich besonders in der ersten Zeit mit den Umständen überfordert fühlen kann, jedoch sollte man beachten, dass der Betroffene immer noch der gleiche Mensch ist, wie zuvor und man ihn auch genau als diesen behandeln sollte!

Es ist beispielsweise förderliche dem Amputierten nicht immer von sich aus direkt Hilfestellung zu leisten, sondern vor ab einmal ruhig zu kommunizieren, dass man gerne hilfsbereit ist, der Betroffene es jedoch zuerst selbst einmal versuchen sollte. Geduld ist das Zauberwort, sowohl bei Amputierten als auch bei Angehörigen. Gelingt etwas nicht sollte die amputierte Person wissen, dass sie auch aktiv um Hilfe bitten kann und dies auch tun sollte. Hilfsmittel zu benutzen, oder um Hilfe zu bitten (auch Fremde) ist kein Zeichen der Schwäche, sondern der Anpassung und viel mehr ein Zeichen von Mut seinen Alltag wieder selbstständiger zu bewältigen.

Greifen Sie also nicht vor ab in die Situation ein, sondern lassen Sie ihr Gegenüber erst einmal selbst verschiedene Wege austesten. So frustrierend es auch sein kann etwas nicht beim ersten Mal geschafft zu haben, der Erfolg und die Freude darüber einen eigenen Weg im Nachhinein gefunden zu haben, ist viel größer und schult für das ganze Leben!

Bouldern an einer Kletterwand in einer Kletterhalle

Kommunikation ist wichtig

Eine beidseitig offene Kommunikation ist wichtig, egal wie alt die jeweilige Person ist. Sie muss verstehen, dass es in Ordnung ist „nicht in Ordnung“ zu sein. Das man komplett sein kann auch wenn einem etwas fehlt und dass man für viele vorab alltäglichen Dinge einfach einmal um die Ecke denken muss.

Auch mit einer Beinpothese kann man im Kletterpark klettern gehen.

Unterstützung für besondere Bedürfnisse

Neben der professionellen Unterstützung durch Ärzte und Therapeuten gibt es auch die Möglichkeit einen ausgebildeten Peer (also einen ebenfalls Betroffenen mit reichlich Erfahrung und professionellen Hintergrundwissen) um Rat zu bitten. Dies gilt sowohl für die Angehörigen als auch für die jeweiligen Betroffenen, wobei dort geschaut wird, dass der Peer (so möglich) etwa die körperlich gleichen Merkmale aufweist.

Der Haushalt kann schon einmal mit Alltagshilfsmitteln ausgestattet werden, andernfalls hilft Ihnen ihr Orthopädietechniker*in oder ein (größeres) Sanitätshaus ihres Vertrauens bei der Zusammenstellung und Auflistung.

Schon im Krankenhaus können Sie den Sozialdienst einschalten (dies beschleunigt einiges).
Fragen Sie ihn gezielt nach: Pflegestufe, Antrag auf Schwerbehinderung und Hilfsmittel!

Ihr Angehöriger hat zudem ein freies Recht auf die Wahl des Orthopädietechnikers, bitte erkundigen Sie sich vorab nach den Kompetenzgebieten oder fragen Sie bei uns an, denn leider ist nicht immer der erste Techniker, der am Bett steht, die bessere Wahl. Sie haben das Recht einen anderen zu wählen oder auch um einen Tag Bedenkzeit zu bitten, unterschreiben Sie nichts vorab!

Für weitere Fragen stehen wir Ihnen gern zur Verfügung.